September 24, 2020
Wird Street Food das neue Fast Food?

Wird Street Food das neue Fast Food?

Seit einigen Jahren erobert Street Food auch Deutschland. Die schnellen und leckeren Gerichte prägen das Bild der Großstädte, eigene Festivals sind längst nichts Neues mehr. Die Vielfalt der angebotenen Gerichte ist gigantisch. Fast jede populäre Küche hat längst ihre Street Food-tauglichen Gerichte auf die Straßen und in die Trucks gebracht. Sie werden im Idealfall aus frischen Lebensmitteln schnell und direkt vor Ort zubereitet und verzehrt. Der schnelle Imbiss entwickelt sich immer mehr zum Trend und wird zur kulinarischen Attraktion.

Die ganze kulinarische Welt in einem Truck

Gerade im Sommer dominieren die zahlreichen Food-Trucks die Städte. Der Duft der frischen gekochten Köstlichkeiten wabert durch die Straßen und macht Lust auf mehr. Die Bandbreite ist enorm. Von Burger bis vegan und vegetarisch, von exotisch bis hin zu regional und Bio. Es ist schick geworden, auf das Übliche oder Liebgewonnene zu verzichten und stattdessen etwas Neues zu probieren. Die Vielzahl an Ideen und Aromen ist berauschend, der Andrang je nach Qualität von enorm bis enden wollend. Dabei wird gerne übersehen, dass es sich bei einem Großteil der Gerichte tatsächlich auch um Fast Food handelt.

Die Kommerzialisierung verwässert die Qualität

Das muss gar nichts Schlechtes sein, schließlich lebt jede Form von Kulinarik in erster Linie von der Qualität und Frische der Produkte, sowie von der handwerklich perfekten Zubereitung. Und hier scheiden sich schon die Geister. Jeder Trend führt zu unzähligen Nachahmern, die den Hype nutzen wollen, um selbst ein wenig daran mitzuverdienen. Wer liebt es nicht, sich durch das ganze Angebot eines Festivals durchzufuttern, doch das kann mittlerweile schnell in einer Enttäuschung enden.

Wie bei jeder Kommerzialisierung wird die ursprünglich gute und innovative Idee verwässert. Wenn das Angebot bei einem Street Food-Festival plötzlich zu zwei Dritteln aus Burgern besteht, dann ist hier etwas grundsätzlich schiefgegangen. Immer öfter findet man bei diesen Veranstaltungen neben liebevoll gestalteten Speisen die üblichen Verdächtigen. Ob es sich dabei um einen Kaffeestand, Brezeln oder die Currywurst handelt, ist dabei egal. Diese kulinarischen Standards finden sich schließlich auf jeder Fressmeile und das seit Jahrzehnten. So lockt man keine neuen Kunden in die aufregende Welt des Street Foods. Dazu kommt noch, dass sich die Qualität der dargebotenen Speisen nicht immer auf einem gleichbleibend hohen Niveau befindet. Was einige Zeit lang den Gefallen einer jungen und hippen Generation fand, wird zusehends zur Massenware. Das wirkt sich da und dort leider auch auf das Angebot aus. Das bedeutet weg von den exotischen und unbekannten Lebensmitteln und Gewürzen, hin zu einer konformen Verpflegung.

Die Kommerzialisierung verwässert die Qualität
Die Kommerzialisierung verwässert die Qualität

Ende Gelände?

Das ist ein wenig schade, denn so verliert die Street Food-Bewegung viel von ihrem Charme. Dieser sorgte dafür, dass sich die Food-Trucks auch auf Deutschlands Straßen schnell durchgesetzt hatten. Die abwechslungsreichen Gerichte haben dazu geführt, dass das kulinarische Einerlei aus Döner und Pizza aufgebrochen wurde, doch nun scheint das Imperium zurückzuschlagen. Wenn das so weitergeht, handelt es sich am Ende des Tages bei Street Food auch nur noch um ein weiteres Fast Food. Wenn dieses eine neue Ära im Bewusstsein der Konsumenten einläuten soll, dann muss es seine ursprünglichen Qualitäten hochhalten.