September 24, 2020
So wird der eigene Foodtruck zum Erfolg Teil 2

So wird der eigene Foodtruck zum Erfolg Teil 2

Im ersten Teil dieser dreiteiligen Serie zur Umsetzung seines Traums vom eigenen Foodtruck haben wir die grundsätzlichen Fragen vor dem Start des Unternehmens beleuchtet, jetzt geht es an die konkrete Umsetzung. Sind der ideale Standort und die Speisekarte erst einmal gefunden, geht es nun darum den richtigen Foodtruck für seine Zwecke zu finden. Dieser wird schließlich der zukünftige Arbeitsplatz sein und sollte auf die eigene Arbeitsweise und Gerichte perfekt zugeschnitten sein. Schließlich bietet ein Foodtruck deutlich weniger Platz, als eine Restaurantküche. Jeder Zentimeter muss nutzbar sein und den Arbeitsabläufen entgegenkommen. Hier arbeitet man auf engstem Raum, dementsprechend darf der Platz nicht verschwendet werden.

Der Truck wird zum Arbeitsplatz

Bei der Auswahl des Foodtrucks sollten nicht nur optische, sondern auch technische Fragen im Vordergrund stehen. Schließlich handelt es sich dabei um ein fahrendes Restaurant. Jeder Ausfall, jede Reparatur kostet nicht nur Geld, sondern verhindert, dass der Betreiber Umsatz machen kann. Er verliert daher bei Stehzeiten massiv Geld. Das sollte man bedenken, bevor man sich für ein spritfressendes, altes, aber damit auch teures PS-Monster entscheidet. Wer einen neuen und modernen Foodtruck wählt, riskiert damit weniger Stehzeiten. Der Truck muss ausreichend Platz für alle Mitarbeiter und Geräte bieten.

Benötigt man einen separaten Gastank oder Stromgenerator, dann muss man das unbedingt vorher einplanen. Ganz besonders wichtig ist der Stauraum, schließlich müssen die Vorräte ebenfalls ihren Platz finden. Die Erfahrung zeigt, dass man hier kaum Trucks unter 3,5 Tonnen finden wird. Natürlich ist es wichtig Kompromisse zu finden, diese sollten aber die Arbeitsqualität nicht beeinflussen. Eine angenehme Raumhöhe ist beispielsweise essenziell, schließlich arbeitet man lange und unter Hochdruck. Die Anzahl jener Personen, die im Foodtruck tätig sind, bestimmt ebenfalls wesentlich dessen Ausgestaltung. Hier zu investieren macht sich nachher in der Realität bezahlt.

Die Bürokratie ist gewaltig

Ist das alles geklärt und erledigt, geht es daran die umfassende Bürokratie in Deutschland zufriedenzustellen. Die Genehmigungen und Auflagen sind zahlreich. Die folgenden Punkte müssen unbedingt abgearbeitet werden. Dazu zählt ein Gewerbeschein für Gaststätten und Imbisswagen, den erhält man beim Gewerbeamt. Die Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommt man vom lokalen Finanzamt. Das Polizeiliche Führungszeugnis holt man sich beim Bundesamt für Justiz. Jetzt geht es aber erst so richtig los. Benötigt werden zudem noch ein Gaststättenunterrichtungsnachweis, Gesundheitszeugnis & Hygienebelehrung, Lebensmittelhygieneschulung & Schulung nach § 43 Infektionsgesetz (IfSG), die Genehmigung im Rahmen des Immissionsgesetzes, eine Schanklizenz, eine Gewerbeversicherung, die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft und ein Antrag auf Bewirtung im Freien.

Die Bürokratie ist gewaltig
Die Bürokratie ist gewaltig

Wer diesen bürokratischen Hürdenlauf überwunden hat, sollte sich vor allem das Thema Versicherungen genauer ansehen. Denn neben der Gewerbeversicherung gibt es für Selbstständige in Deutschland jede Menge anderer Versicherungen zu bedenken. Dazu zählen unter anderem die private Krankenversicherung, eine Betriebshaftpflicht, die Inhaltsversicherung und natürlich ein Rechtsschutz. Hat man dann auch noch sein Gewerbe angemeldet, seine steuerliche Erfassung erledigt, alle Gesundheits- und Lebensmittelrechtlichen Dokumente erhalten, fehlt nur noch die Erlaubnis seinen Foodtruck auf dem geplanten Gelände abzustellen. Handelt es sich dabei um ein privates Gelände, benötigt man die Erlaubnis des Eigentümers. Handelt es sich um ein öffentliches Gelände, benötigt man die Erlaubnis der Gemeinde- oder Stadtverwaltung. Ist das alles erledigt, kann das Projekt starten. Wie man nun seine zukünftigen Kunden gewinnt, erfahren Sie im dritten und letzten Teil dieser Serie.