September 24, 2020
Deutsches Streetfood erobert die Welt

Deutsches Streetfood erobert die Welt

In Deutschland wurde ebenfalls ein Streetfood-Gericht erfunden, das nach und nach die kulinarische Welt erobert hat. Die Rede ist vom Döner. Das „klassische türkische“ Speise kommt eben nicht aus der Türkei, sondern aus Berlin. Dort hatten Einwanderer mit türkischen Wurzeln die Idee das Fleisch in Scheiben vom Spieß zu schneiden und mit den bekannten Zutaten in einen Fladen zu geben.

Der Rest ist Geschichte. Als Erfinder gilt heute Kadir Nurman. Er soll bereits im Jahr 1972 den ersten Döner kreiert haben, das bleibt aber umstritten. Es handelt sich dabei um eine schnelle Variante des türkischen Kebabs. Dieses hat seine Wurzeln im Anatolien des 19. Jahrhundert. Da in Deutschland alles schneller gehen muss, kam Nurman auf die Idee das Fleisch to-go verfügbar zu machen. Im Laufe der Jahre wurde die Köstlichkeit mit Salaten und Saucen weiterentwickelt.

Heute gibt es alleine in Deutschland rund 16.000 Dönerbuden. Der Döner hat sich zum beliebtesten Fast Food der Deutschen entwickelt und liegt damit noch vor der Currywurst, Pommes und der Pizza. Sein Name bedeutet „sich drehend“, Kebab ist das Grillfleisch. Damit heißt Döner Kebab aus dem Türkischen übersetzt wörtlich drehendes Grillfleisch. Das trifft den Kern, nämlich das sich am Spieß drehende Lamm-, Rind- oder Hähnchenfleisch ziemlich genau. In der Türkei kennt man die deutsche Form des Kebabs so nicht. Dort wird das Grillfleisch traditionell mit Reis und ohne Saucen serviert.

Bei der Zusammensetzung scheiden sich die Geister

Jeder hat, auch was den Döner betrifft, andere Vorlieben. Ob mit Sauce oder ohne, scharf oder nicht, mit Zwiebeln oder ohne, den Varianten sind keine Grenzen gesetzt. Das trifft auch und vor allem auf das Fleisch zu. Traditionell wurde eher Lammfleisch verwendet, doch heute findet man auch Rind-, Kalb-, Hühner- oder sogar Putenfleisch im Döner. Selbst Hackfleisch darf sich so nennen. Eine gute Qualität sollte allerdings weniger als 60 % Hackfleisch beinhalten. Die Zubereitung ist von der Art des verwendeten Fleischs allerdings unabhängig. Dieses wird gewürzt, auf dem Spieß gestapelt, knusprig gegrillt und von außen mit einem scharfen Messer in Scheiben heruntergeschnitten. Als Gewürze werden dabei Salz, Pfeffer, Paprika und Kreuzkümmel verwendet. Getrocknete Kräuter wie Thymian, Zwiebel, Knoblauch und Curry beim Hühnerkebab bringen weiteren Geschmack in das Fleisch. Wichtig ist es, dass nicht mit Gewürzen gespart wird.

Bei der Zusammensetzung scheiden sich die Geister
Bei der Zusammensetzung scheiden sich die Geister

Döner einfach selber machen

Wer gerne Döner isst, muss diesen nicht unbedingt immer gleich kaufen. Man kann seinen Döner auch zu Hause zubereiten. Dazu sollte man zunächst Fleisch einfrieren. Am nächsten Tag wird frisches Hackfleisch mit den oben beschriebenen Gewürzen mariniert und in mehrere Portionen geteilt. Diese sollte man anschließend dünn ausrollen. Dann wird das gefrorene Fleisch in dünne Scheiben geschnitten, gewürzt und auf einer Frischhaltefolie ausgelegt. Darüber kommen die dünnen Scheiben Hackfleisch, gefolgt von einer weiteren Schicht Fleisch. Dies macht man so lange, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Danach rollt man das übereinander geschichtete Fleisch/Hackfleisch mit der Frischhaltefolie eng zusammen und gibt die Rolle wieder für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank. Nun wird es ernst. Von der fertigen Rolle schneidet man dünne Scheiben herunter und brät diese an. Mit Salat, Joghurtsauce, Tomaten und Zwiebeln in ein Fladenbrot geben und schon ist der Döner Marke Eigenbau fertig.